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Narkolepsie – Ursachen und Therapie der Schlafkrankheit

Die neurologische Schlafstörung Narkolepsie, die im Volksmund gerne als „Schlafkrankheit“ oder “Schlummersucht” bezeichnet wird, gehört zur Gruppe der Schlafsuchterkrankungen (Hypersomnie). Betroffene leiden tagsüber an einer starken Müdigkeit, schlafen plötzlich und ohne Vorwarnung ein und können so sich und andere gefährden. Grund dafür ist nicht etwa Schlafmangel, sondern eine Störung der Schlaf-Wach-Regulation im Gehirn. Narkolepsie ist nicht heilbar, kann aber mit Medikamenten so behandelt werden, dass Betroffene ein gutes, wacheres Leben führen können.

Narkolepsie – was ist das?

Narkolepsie ist eine chronische, neurologische Erkrankung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Betroffene können die Übergänge zwischen Schlaf- und Wachphasen nicht mehr zuverlässig steuern, wodurch es zu unkontrollierbarer Müdigkeit und plötzlichen Einschlafattacken während des Tages kommt, die sich auch mit ausreichend Schlaf nicht verhindern lassen.

Die Erkrankung beginnt meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter, wobei beide Geschlechter gleichermassen betroffen sind. Erkannt wird sie allerdings oft erst viele Jahre später, da die Symptome leicht mit anderen Erkrankungen oder Beschwerden wie Stress, Depression oder allgemeiner Erschöpfung verwechselt werden.

Unterschieden werden Narkolepsie Typ 1 und Narkolepsie Typ 2: Typ 1 geht mit plötzlichem Erschlaffen von Muskeln (Kataplexien) einher, das auf das weitgehende Fehlen eines Nervenbotenstoffes im Nervenwasser (Liquor) zurückzuführen ist. Ist dieser Nervenbotenstoff ausreichend vorhanden, kommt es bei Betroffenen nicht zur Muskelerschlaffung – man spricht von Narkolepsie Typ 2. Teilweise handelt es sich bei Typ 2 allerdings lediglich um das Frühstadium von Typ 1. In dem Fall entwickeln Betroffene zu einem späteren Zeitpunkt doch Muskelerschlaffungen, was die Diagnose von Typ 2 zu Typ 1 verändert.

Dauer der Behandlung

60–90 Minuten

Fit für den Alltag

Nach 10 Tagen

Nachbehandlung

Pflaster- und Fadenentfernung nach 7 Tagen

Klinikaufenthalt

Ambulant

Häufige Fragen zur Narkolepsie

Typisch für Narkolepsie sind eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit, plötzliche Schlafattacken, Kataplexie (Muskelverlust durch Emotionen), Schlaflähmungen und lebhafte Halluzinationen.

Eine vollständige Heilung von Narkolepsie gibt es bisher nicht. Die Behandlung konzentriert sich darauf, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Die Lebenserwartung mit Narkolepsie entspricht in der Regel der von gesunden Menschen. Die Erkrankung selbst verkürzt das Leben nicht. Entscheidend ist es jedoch, Risiken wie Unfälle durch Schlafattacken zu minimieren und die Symptome konsequent zu behandeln.

Grundsätzlich ist Autofahren mit Narkolepsie möglich, wenn die Symptome durch Therapie gut kontrolliert sind. Unentbehrlich ist dafür eine enge Abstimmung mit den behandelnden Ärztinnen bzw. Ärzten sowie die Einhaltung rechtlicher Vorgaben. Je nach Einzelfall kann die Fahrerlaubnis eingeschränkt oder regelmässig überprüft werden.

Narkolepsie Symptome

Typisch für die Schlafkrankheit ist das namensgebende plötzliche Einschlafen, das Betroffene jederzeit überraschen kann – beim Essen, in Gesprächen, aber auch im Strassenverkehr. Verstärkt wird die exzessive Tagesschläfrigkeit durch einen gestörten oder nicht ausreichenden Nachtschlaf, dunkle Räume, monotone Situationen oder Inaktivität. Zunächst äussert sich die Schläfrigkeit durch Symptome wie eine undeutliche Aussprache, eine unsichere Gangart oder einen glasigen Blick, bevor Betroffene schliesslich einschlafen.

Im Falle von Narkolepsie Typ 1 kann ein kurzzeitiges Muskelversagen am ganzen Körper oder Teilen hiervon hinzutreten, das für wenige Sekunden anhält und Betroffene bei vollem Bewusstsein ereilen kann. Ausgelöst wird dies durch erhöhte Emotionen wie Lachen, Ärger oder Freude.

Auch Schlaflähmungen, die weder Bewegung noch Sprechen ermöglichen, Halluzinationen oder Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Benommenheit oder Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen können auftreten.

Narkolepsie Ursachen

Die Ursachen der Narkolepsie sind noch nicht vollständig erforscht. Gleichwohl kennt die Wissenschaft mittlerweile zentrale Auslöser und Risikofaktoren, die das Auftreten begünstigen. Eine entscheidende Rolle spielt der Mangel des Botenstoffs Hypocretin (Orexin) im Gehirn, der den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert und dessen Fehlen die Instabilität der Wachphasen verursacht.

Wie dieser Hypokretinmangel entsteht, kann bisher nur vermutet werden: Teilweise werden Autoimmunreaktionen angenommen, bei denen das körpereigene Immunsystem Nervenzellen im Gehirn angreift, die Hypocretin produzieren. Auch Umweltfaktoren oder Infekte (etwa mit dem Grippevirus) werden als Auslöser diskutiert.

Eine klassische Erbkrankheit ist die Schlummersucht hingegen nicht, weshalb eine direkte Narkolepsie-Vererbung von Eltern auf Kinder grundsätzlich nicht infrage kommt. Allerdings können bestimmte Genvarianten das Risiko der Erkrankung erhöhen. In ebenfalls seltenen Fällen kann die Narkolepsie als Symptom einer Hirnschädigung durch einen Unfall, Schlaganfall oder eine Gehirnentzündung auftreten. Schliesslich werden hormonelle Veränderungen als potenzielle Auslöser betrachtet, da die ersten Symptome oft in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter auftreten.

Diagnose – Narkolepsie feststellen lassen

Um Narkolepsie feststellen zu können und insbesondere eine Verwechslung mit anderen Erkrankungen auszuschliessen, bedarf es einer umfassenden Untersuchung: Im Rahmen einer Schlafanamnese analysieren wir zunächst Ihren persönlichen Schlaf-Wach-Rhythmus samt Tagesmüdigkeit und etwaiger Schlafattacken. Ein Schlaffragebogen oder ein Schlaftagebuch helfen uns, genaue Einblicke in die subjektive Empfindung Ihrer Schlafprobleme zu erhalten. Eine Blutuntersuchung offenbart potenzielle Mangelerscheinungen wie Eisen oder Vitamin B12, die für starke Erschöpfung verantwortlich sein können. Mittels weitergehender Untersuchungen im Schlaflabor (Polysomnographie) sowie dem Einsatz multipler Schlaflatenztests (MSLT) stellen wir Ihre Diagnose zuverlässig.

Narkolepsie Behandlung

Da Narkolepsie nicht heilbar ist, zielt die Behandlung in erster Linie darauf ab, die Symptome zu kontrollieren und so die Lebensqualität der Betroffenen spürbar zu verbessern.

Medikamentöse Behandlung

  • Stimulanzien wie Modafinil oder Methylphenidat helfen, die exzessive Tagesschläfrigkeit zu reduzieren und können so ungewollten Einschlafattacken vorbeugen.
  • Sodiumoxybat kann unmittelbar vor dem Schlafen eingenommen werden, um Tagesschläfrigkeit, gestörten Nachtschlaf, Schlaflähmungen und hypnagoge Halluzinationen zu verringern.
  • In Einzelfällen können trizyklische Antidepressiva bei Kataplexien, Halluzinationen und Schlaflähmungen helfen.

Nicht-medikamentöse Massnahmen

  • Eine gute Schlafhygiene mit regelmässigen Schlafzeiten, einer ruhigen, dunklen Schlafumgebung und der Vermeidung von Koffein oder Alkohol am Abend stabilisieren die Energielevel am Tag. Auch ein kurzer Mittagsschlaf federt Müdigkeitstiefs während des Tages ab, wobei je nach persönlicher Situation weitere Ruhepausen ratsam sein können.
  • Psychologische Unterstützung in Form von Gesprächstherapie oder Coaching hilft Betroffenen dabei, mit den sozialen und emotionalen Folgen der Erkrankung besser umzugehen.

Die besten Ergebnisse erzielen wir erfahrungsgemäss mit einer Kombination aus Medikamenten, Struktur im Alltag und unterstützenden Massnahmen. Im Mittelpunkt stehen dabei stets das Ausmass und die Ausprägung der Narkolepsie in Ihrem individuellen Fall sowie Ihre persönliche Situation, auf die wir Ihren Therapieansatz gemeinsam mit Ihnen zuschneiden.

Narkolepsie stellt für Betroffene meist eine starke Belastung im Alltag dar, die mit einer ganzheitlichen Therapie effektiv verringert wird. So können Sie trotz Ihrer Erkrankung wieder aktiv am Berufsleben und Ihrem sozialen Umfeld teilnehmen und endlich wieder ein erfüllendes Leben geniessen. Treten Sie noch heute mit uns in Kontakt und lassen Sie uns gemeinsam den ersten Schritt gehen!

Ihre Expertin

PD Dr. med. Marie-An Carstensen De Letter

Ärztliche Leitung Schlaflabor

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„Der Schlaf ist die köstlichste Erfindung“

Thomas Mann