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Aktigraphie – Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen erkennen

Die Aktigraphie ist ein diagnostisches, nicht-invasives Verfahren zur Erfassung von Aktivität und Ruhephasen über einen längeren Zeitraum. In der Schlafmedizin erlaubt es uns, den Schlaf-Wach-Rhythmus eines Menschen zu analysieren und etwaige Schlafstörungen zu erkennen. Die Untersuchung erfolgt mithilfe eines am Handgelenk getragenen Bewegungssensors (Aktigraph), der einer Armbanduhr ähnelt und dank seiner handlichen Grösse die Bewegungsfreiheit nicht einschränkt.

Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung – Definition

Der Schlaf-Wach-Rhythmus beschreibt den natürlichen Wechsel zwischen Schlaf- und Wachphasen innerhalb von 24 Stunden. Dieser Vorgang wird gelenkt von der inneren Uhr des Menschen, die durch Licht, Hormone und biologische Prozesse gesteuert wird. Gerät der Rhythmus aus dem Gleichgewicht, spricht man von einer Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung. Sie umfasst alle Abweichungen, bei denen Schlaf- und Wachzeiten nicht mehr im Einklang mit den natürlichen oder sozialen Anforderungen stehen und äussert sich zum Beispiel durch Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen, unregelmässige Schlafzeiten oder Müdigkeit und Konzentrationsschwächen am Tage.

Dauer der Behandlung

Über mehrere Tage

Auswertungszeit

Wenige Tage

Klinikaufenthalt

Zu Hause

Häufige Fragen zu Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen

Unter einer Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung versteht man unterschiedliche Krankheitsbilder, bei denen der natürliche Rhythmus aus dem Gleichgewicht gerät. Dazu gehören das verzögerte Schlafphasensyndrom, bei dem Betroffene sehr spät einschlafen und entsprechend spät aufwachen, und das vorverlagerte Schlafphasensyndrom, das durch frühes Einschlafen und sehr frühes Erwachen gekennzeichnet ist. Auch ein unregelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus, bei dem sich der Schlaf auf mehrere Phasen über den Tag verteilt, oder ein Rhythmus, der sich nicht an 24 Stunden orientiert und besonders häufig bei blinden Menschen vorkommt, zählen dazu.

Um den Schlaf-Wach-Rhythmus wiederherzustellen, empfehlen wir, feste Schlaf- und Aufstehzeiten einzuhalten, am Morgen ausreichend Tageslicht zu tanken und abends störende Einflüsse wie Bildschirmlicht oder Koffein zu vermeiden. In einigen Fällen können auch gezielte Massnahmen wie eine Lichttherapie oder die Einnahme von Melatonin nach ärztlicher Rücksprache sinnvoll sein. Die Aktigraphie unterstützt diesen Prozess, indem sie sichtbar macht, wie sich der Rhythmus über Tage und Wochen verändert und ob sich Verbesserungen einstellen.

Die Behandlung hängt immer von der Ursache der Störung ab. Häufig steht am Anfang die Verbesserung der Schlafhygiene, also das bewusste Gestalten von Schlafumgebung und Gewohnheiten. Ergänzend kann eine Lichttherapie eingesetzt werden, um die innere Uhr zu regulieren. Bei Bedarf kommen Medikamente wie Melatonin zum Einsatz, die den natürlichen Schlaf-Wach-Prozess unterstützen. Auch psychotherapeutische Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie können sinnvoll sein, insbesondere, wenn Stress oder Ängste die Störung begünstigen.

Zunächst äussern sich unbehandelte Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen in Symptomen wie Müdigkeit am Tage, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und Leistungsabfall. Auf Dauer steigt jedoch auch das Risiko für schwerwiegendere Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf-Probleme, Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder psychische Leiden wie Depressionen und Angststörungen. Viele Betroffene entwickeln zudem eine chronische Erschöpfung, die ihre Lebensqualität erheblich einschränkt. Daher ist es entscheidend, rechtzeitig aktiv zu werden und mit ärztlicher Unterstützung den Schlaf-Wach-Rhythmus wiederherzustellen.

Einsatzgebiete der Aktigraphie

Mithilfe der Aktigraphie wird die körperliche Aktivität erfasst, weshalb sie in diversen medizinischen Bereichen zum Einsatz kommt. In der Schlafmedizin ist der Aktigraph ein zentrales Werkzeug zur Analyse des Schlaf-Wach-Rhythmus.

Aber auch im Rahmen der chronobiologischen Forschung, der Neurologie und der Psychiatrie gewinnen Expertinnen und Experten wertvolle Einblicke in den Alltag verschiedener Personengruppen sowie in Erkrankungen wie Depression, Demenz oder ADHS. Zudem nutzen Ärztinnen und Ärzte die Aktigraphie, um Therapieerfolge nachzuhalten und zu prüfen, ob Massnahmen greifen und sich die Schlafqualität verbessert.

Wie funktioniert die Aktigraphie?

Im Aktigraphen, den Sie wie eine Armbanduhr am Handgelenk tragen, befindet sich ein kleiner Bewegungssensor. Dieser zeichnet kontinuierlich (zum Beispiel im 30-Sekunden-Takt) über einen zuvor definierten Zeitraum die Intensität Ihrer Bewegungen auf und registriert so, wann Sie gehen, sitzen oder schlafen. Diese Informationen werden später von Expertinnen und Experten ausgewertet, die daraus auf die Dauer und Qualität von Ruhe- und Aktivitätsphasen schliessen und erkennen, wann der Schlaf einsetzt, wie lange er anhält und ob der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört ist. Einige Aktigraphen sind mit zusätzlichen Sensoren ausgestattet, die weitergehende Daten ermitteln.

Vorteile der Aktigraphie

Der kleine, handliche Aktigraph wird wie eine Armbanduhr am Handgelenk getragen und schränkt Sie im täglichen Leben nicht ein. Gleichzeitig ermöglicht er eine präzise, nicht-invasive Analyse des Schlaf-Wach-Rhythmus, der objektive Daten liefert. Dies ist ein grosser Vorteil gegenüber sonstigen Verfahren zur Untersuchung von Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung-Symptomen, da viele von ihnen auf der subjektiven Einschätzung der Betroffenen selbst beruhen und damit verzerrt sein können.

Dank seiner Alltagstauglichkeit kann der Aktigraph über Tage und Wochen hinweg getragen werden, um so verlässliche Schlaf- und Aktivitätsmuster zu erfassen, die nicht durch kurzzeitige Schwankungen verfälscht werden. Die so gewonnenen Informationen liefern nicht nur die Grundlage für die Diagnose, sondern ermöglichen auch während der Therapie wertvolle Einblicke in ihre Effektivität, was den Aktigraphen zu einem wichtigen Allroundtalent in der Schlafmedizin macht.

Ablauf einer Aktigraphie-Untersuchung

Die Aktigraphie ist eine unkomplizierte, nicht belastende Untersuchung, die den Schlaf-Wach-Rhythmus erfasst und etwaige Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung-Symptome offenbart.

In einer Einweisung stellen wir Ihnen den Aktigraphen vor, erklären seine Funktionsweise und beantworten etwaige Fragen. Danach legen Sie den Aktigraphen an Ihr Handgelenk an und tragen Ihn für eine Dauer von ein bis zwei Wochen. Während dieser Zeit gehen Sie wie gewohnt Ihrem Alltag nach und führen bei Bedarf zusätzlich ein Schlaftagebuch, in dem Sie festhalten, wie Sie Ihr Schlafverhalten subjektiv empfinden.

Ist die Messphase beendet, werten wir die gesammelten Daten aus und prüfen, ob Auffälligkeiten und Anhaltspunkte für eine Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung bestehen. Die Ergebnisse besprechen wir im Anschluss mit Ihnen und stimmen bei Behandlungsbedarf einen Therapieplan mit Ihnen ab, um Ihren Schlaf-Wach-Rhythmus wiederherzustellen.

Vermuten Sie, an einer Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung zu leiden, sorgt die Aktigraphie schnell, unkompliziert und präzise für Klarheit. Vereinbaren Sie noch heute Ihre Untersuchung und lassen Sie uns gemeinsam Ihre Schlafqualität wiederherstellen!

Ihre Expertin

PD Dr. med. Rositsa Neumann

Ärztliche Leiterin & Fachärztin für Neurologie FMH

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Unser Schlaflabor-Team ist für Sie da. Stellen Sie uns Ihre Fragen und erhalten Sie fachkundige Unterstützung für besseren Schlaf.

„Der Schlaf ist der Zustand, in dem der Mensch sich regeneriert, wie die Natur im Frühling“

Leo Tolstoy

Bild eines Patienten im Bett
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