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Schichtarbeit – Schlafprobleme und gesundheitliche Folgen

Schichtarbeit gehört für viele Berufsgruppen zum Alltag und wird deshalb gerne als “normal” angesehen – das ist sie für den Körper aber keineswegs: Wenn Arbeitszeiten ständig wechseln, geraten die innere Uhr und der Schlafrhythmus aus dem Gleichgewicht. Infolgedessen können Rhythmusstörungen und Schlafprobleme entstehen, die sich auf das Wohlbefinden am Tage auswirken.

Findet der Körper auf Dauer keine richtige Erholung, ist er prädestiniert für chronische Beschwerden, die sich in vielfältiger Weise auf die Gesundheit auswirken können. Kein Wunder also, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Schichtarbeit mit regelmässiger Nachtarbeit als möglichen Risikofaktor für diverse Erkrankungen einstuft.

Circadiane Rhythmusstörungen – Ursachen und Folgen

Der menschliche Körper folgt einem natürlichen 24-Stunden-Rhythmus, der durch Licht, Dunkelheit und regelmässige Routinen gesteuert wird. Dieses Zusammenspiel bezeichnen wir als “innere Uhr”, die bei Störungen leicht aus dem Gleichgewicht geraten kann. Schichtarbeit, insbesondere Nacht- und Wechselschichten führen dazu, dass der Organismus Signale wie Müdigkeit oder Wachheit nicht mehr richtig einordnen kann.

So entstehen häufig Circadiane Rhythmusstörungen: Betroffene wachen früher auf als gewünscht und sind infolgedessen nicht erholt oder können trotz Erschöpfung abends nicht einschlafen. Diese ständigen Verschiebungen des Schlaf-Wach-Zyklus summieren sich über Wochen und Monate, was nicht nur in akuter Müdigkeit, sondern in einer dauerhaften Instabilität der inneren Uhr resultiert. Die Folge sind Konzentrationsprobleme, Leistungstiefs, Reizbarkeit und langfristige Gesundheitsrisiken.

Dauer der Behandlung

60–90 Minuten

Fit für den Alltag

Nach 10 Tagen

Nachbehandlung

Pflaster- und Fadenentfernung nach 7 Tagen

Klinikaufenthalt

Ambulant

Häufige Fragen zu Schlafproblemen durch Schichtarbeit

Nach einer Nachtschicht oder Frühschicht kommt es häufig zu Rhythmusstörungen, weil die innere Uhr nicht mit den Arbeitszeiten übereinstimmt. Der Körper produziert zu “falschen” Zeiten Schlaf- oder Wachhormone, wodurch Einschlafschwierigkeiten entstehen.

Typische Beschwerden sind Einschlafprobleme, unruhiger Schlaf und das Gefühl, trotz scheinbar ausreichender Stunden nicht erholt zu sein. Hinzu kommen Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gereiztheit und manchmal depressive Verstimmungen.

Das sogenannte Schichtarbeitersyndrom beschreibt eine medizinisch anerkannte Störung, die durch wiederholte Arbeitszeiten ausserhalb des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus entsteht. Betroffene können oft nur schwer oder spät einschlafen und sind tagsüber weniger leistungsfähig. Bei dem Schichtarbeitersyndrom handelt es sich um eine Form der Circadianen Rhythmusstörung, die langfristig zu chronischen Schlafproblemen, Leistungsabfall und gesundheitlichen Risiken führen kann.

Der zirkadiane Rhythmus ist die innere Uhr, die den Wechsel von Wach- und Schlafphasen steuert. Im Falle einer Störung laufen Körperfunktionen wie Hormonproduktion, Temperaturregulation oder Schlafphasen nicht mehr mit dem natürlichen Tageslicht synchron, was den Organismus aus dem Gleichgewicht bringt.

Schlafprobleme durch Schichtarbeit – gesundheitliche Folgen

Ob Spätschicht oder Frühschicht: Schlafprobleme durch Schichtarbeit sind ein weit verbreitetes Phänomen und werden aufgrund ihres schleichenden Verlaufs häufig erst bemerkt, wenn sie bereits ausgeprägt sind. Ziehen sich die Rhythmusstörungen über Wochen oder Monate hin, leidet der gesamte Organismus, was langfristig gravierende Auswirkungen haben kann:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Wer dauerhaft an Circadianen Rhythmusstörungen leidet, hat ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Stoffwechselstörungen: Auch Stoffwechselstörungen werden begünstigt, die in Übergewicht und Diabetes resultieren können.
  • Psychische Belastungen: Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter leiden überdurchschnittlich oft an Depressionen, Angststörungen und Burnout. Psychische Belastungen können sich wiederum negativ auf die Schlafqualität auswirken – ein Teufelskreis entsteht.
  • Erhöhtes Krebsrisiko: Die WHO stuft Nachtarbeit mit chronischer Schlafstörung als möglichen Risikofaktor für Krebserkrankungen ein.


Kommt der Schlaf auf Dauer zu kurz, leidet die Erholungs- und Regenerationsphase des Körpers. Gesundheitliche Probleme sind damit vorprogrammiert, weshalb wir ein frühzeitiges Gegensteuern empfehlen. Bereits kleinere Umstellungen im Alltag können helfen, die Belastung durch die Schichtarbeit aufzufangen und die Schlafdauer und -qualität spürbar zu steigern.

Besser schlafen trotz Schichtarbeit – Tipps

Schichtarbeit lässt sich nicht immer vermeiden – dafür können Sie aber ihre negativen Auswirkungen auf Ihre Schlafqualität minimieren.

Schlafhygiene optimieren

Ein abgedunkelter, ruhiger Schlafraum hilft Ihrem Körper, zur Ruhe zu finden. Nutzen Sie bei Bedarf Verdunklungsvorhänge und Ohrstöpsel und sorgen Sie für eine angenehm kühle Raumtemperatur. Bei Schlafproblemen durch frühes Aufwachen kann zusätzlich zu dunklen Vorhängen eine Schlafmaske helfen, die ersten Sonnenstrahlen abzuschirmen. Reduzieren Sie vor dem Schlafen ausserdem die Nutzung von Smartphone, Tablet und Laptop, da ihr blaues Licht die Melatoninproduktion stört. Viele Geräte haben heute bereits integrierte Blaulichtfilter, die Sie in den Einstellungen aktivieren können.

Routinen schaffen

Trotz wechselnder Schichten können Sie mit Ihren persönlichen Ritualen eine Routine schaffen: Regelmässiges Lesen oder Musikhören am Abend signalisiert Ihrem Körper, dass nun die Ruhephase beginnt und er sich entspannen darf. Gönnen Sie sich morgens vor Ihrer Frühschicht 20 Minuten für sich, auf die Sie sich freuen können, anstatt bereits gestresst aufzuwachen.

Ernährung und Bewegung

Koffein und schwere Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen verschlechtern die Schlafqualität. Nehmen Sie am Abend stattdessen leichte, bekömmliche Kost und Tee zu sich. Ein kurzer Spaziergang vor dem Einschlafen hilft, den Körper auf den Schlaf einzustimmen und kann Circadiane Rhythmusstörungen abmildern.

Power Naps

Kurze Schlafpausen während des Tages von etwa 20 Minuten helfen, Übermüdung und Konzentrationsproblemen vorzubeugen und schenken neue Energie. Verzichten Sie aber auf längere Nickerchen zur Tageszeit, um Ihren nächtlichen Schlaf nicht zu stören.

Behandlung von Schlafproblemen durch Schichtarbeit

Umstellungen im Alltag können Schlafprobleme durch Schichtarbeit mindern, aber nicht immer ganz beheben. In dem Fall empfehlen wir eine ärztliche Abklärung, in der unsere Expertinnen und Experten gemeinsam mit Ihnen den Ursachen Ihrer Beschwerden auf den Grund gehen. In einem ersten Gespräch besprechen wir Ihre Symptome und prüfen, ob andere Auslöser wie Schlafapnoe oder hormonelle Probleme vorliegen könnten. Im Schlaflabor zeichnen wir bei Bedarf Ihre Schlafzyklen auf und stellen so fest, ob eine behandlungsbedürftige Störung vorliegt.

Je nach Diagnose können psychologische Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie helfen, schädliche Schlafgewohnheiten zu durchbrechen und den Umgang mit Schichtarbeit zu erleichtern. Auch eine individuelle Beratung zur Schichtplanung gibt Betroffenen eine wertvolle Hilfestellung an die Hand, um endlich wieder Erholung zu finden.

In bestimmten Fällen setzen wir ärztlich begleitete Lichttherapien, Melatoninpräparate oder andere unterstützende Behandlungen ein, die gezielt in den Schlaf-Wach-Rhythmus eingreifen und Circadiane Rhythmusstörungen regulieren.

Schlafprobleme durch Schichtarbeit werden gerne als “normal” abgestempelt und damit verharmlost. Infolgedessen suchen Betroffene oft erst dann nach Unterstützung, wenn die Auswirkungen massiv geworden sind. Guter Schlaf ist in Ihrem fordernden Beruf nicht optional, sondern eine Grundvoraussetzung. Vereinbaren Sie jetzt Ihr Erstgespräch und schenken Sie Ihrem Körper die Erholung, die er dringend benötigt.

Ihre Expertin

PD Dr. med. Marie-An Carstensen De Letter

Ärztliche Leitung Schlaflabor

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„Im Schlaf sind wir alle gleich, friedlich und träumend“

Antoine de Saint-Exupéry